Water Makes Money – Aufführung in Hamburg 11.11.10

Eine Handvoll Alt-68er (soweit erkennbar, ohne Migrationshintergrund) und 3 etwas jüngeren Zuschauer (alle drei mit nicht-deutschem bzw. Migrationshintergrund) genossen in dem  kleinen Salon des Medienpädagogischen Zentrums (MPZ) in der Schanze wurde bei Tee, Wein und natürlich Wasser den Dokumentar Film “Water makes money” von Leslie Franke/Herdolor Lorenz zusammen mit der Co-Autorin Leslie Franke.

In diesem Film geht es hauptsächlich darum, wie die beiden französischen Konzerne Veolia (ehemals Vivendi) und Suez Lyonnaise des eaux durch die Privatisierung der Wasserversorgung im einfachen Sinne “Geld machen”.

Im Sumpf der Korruption

Braunschweig ist das beste Beispiel dafür (“Das Wunder von Braunschweig”), wie Bürgermeister dazu verleitet werden ihre Wasserwerke verkaufen, denn das “Eintrittsgeld”, welches sie erhalten dient zum Abbezahlen der kommunalen Schulden (eine erfolgreiche Wahltaktik, allerdings kurzfristig gedacht). Der Gewinn für eine Kommune ist nur kurzfristig. Veolias Geschäftstaktik beruht Abschreibungen und hochkomplexen Verträgen (siehe die-raeuberische-wasser-privatisierung). Anschaffungen werden indirekt vom Staat finanziert, und die Kosten tragen die Endverbraucher durch höhere Wasserpreise – die, würde sie für die Instandhaltung der Wasserinfrastruktur eingesetzt werden – gerechtfertigt wäre. Doch anstatt in die Instandhaltung zu investieren, investieren die beiden größte Wasserkonzerne der Welt (sie enstanden zu Zeiten Napoleons) in hochkomplexe Zukunftstechnologien (hinzufügen von Ozon ?, Umkehr-Osmose, Entsalzungsanlagen, nach dem Motto: drink your ocean, Abwasserklärung). In die Infrastruktur wird kaum investiert, durch die intensive Landwirtschaft gelangen immer Schadstoffe (Nitrate) ins Grundwasser, so dass in Frankreich flächendeckend im Wasser Chlor hinzugefügt wird.Es gibt Forschungseinrichtungen in namenhaften Universitäten mit Lehrstühlen in denen Veolia-Fachleute sitzen (z.:B die technischen Plattform für Wasserversorgung und Hygiene WSSTP-Projekt von der EU finanziert).

Die dicken Fische schwimmen im Trüben…

Korruption, die Infiltration von Veolia-Leuten in die UN (so ist der Berater in Wasserfragen für den Generalsekretär Ban Ki-Moon ein Veolia-Mann). Auch gibt es – im Film sehr schön visualiert – enge Verquickungen zwischen Politik und Vorstand der beiden Firmen, sowohl in Frankreich als auch Deutschland (!). Joachim Bitterlich – Vizepräsident der Veolia – war in Fragen der Europapolitik, später in Außen- und Entwicklungspolitik – engster Mitarbeiter von Helmut Kohl.

Während in Europa – vor allem im Mutterland der beiden Konzerne – eine Re-Kommunalisierung der Wasserversorgung voranschreitet, nimmt die Privatisierung in Transformations- und Entwicklungsländern zu. Absurdes Beispiel hierfür sind Bolivien und Argentinien, bei der die Wasserpreise um 700% stiegen (http://www.democracynow.org/2010/4/19/the_cochabamba_water_wars_marcella_olivera).

Der Film läuft am Weltwassertag 22.März 2011 in einer etwas kürzeren Version auf ARTE!

Für weitere Information: www.watermakesmoney.com

 

 

 

 

About odissi30

My name is Puja Doshi. I am an anthropologist from Hamburg interested in the topic of water.
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