Klimaflüchtlinge?

Das 2. Stuttgarter Forum zur Entwicklung mit dem Thema “Migration – Impulse für Entwicklung”  wurde  von der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge organisiert und fand am 22.10 statt.

Es war  hochkarätig besetzt: Festredner war der deutsche Entwicklungszusammenarbeitsminister Dirk Niebel, moderiert wurden die Podiumsdiskussionen von Peter Mezger bekannt aus dem ARD Weltspiegel, Prof. Dr. Ursula Oswald Spring, Nationale Autonome Universität Mexiko (UNAM), Manuel Orozco, Inter-American Dialogue, Washington D.C. u.v.mIn acht Foren wurden in dem sehr eleganten Ambiente des Haus der Wirtschaft über Probleme der Migration aber auch über Lösungsansätze diskutiert.

Es gibt weltweit ca. 1 Mrd.  Klimamigranten (den Begriff Flüchtlinge möchte Frau Prof.Dr. Oswald Spring ausschließlich auf politische Flüchtlinge, wie in der Genfer Konvention definiert, verwenden). Ökologische und Ökonomische Migration hängen miteinander zusammen. Allein in Mexiko gibt es 104 sogenannte Hot-Spots, bei denen bewaffnete Konflikte um Ressourcen (meistens Wasser ) stattfinden.

In ihrem Fallbespiel Mexiko zeichnet sie ein hoch- komplexes Bild zu Migration: Klima, Wirtschaft, das Freihandelsabkommen, die verfehlte Agrarpolitik Mexikos, der Drogenhandel, der Waffenschmuggel, Prostitution, die mysteriösen Morde an der Grenzstadt Juárez, das Patriachat, die Grenzpolitik der USA etc. sind miteinander verwoben. In dem sehr emotionalen Vortrag wurden einem viele Zusammenhänge bewusst, doch leider stellte sich nicht klar heraus, welche genauen Auswirkungen die Klimaveränderung auf die Migration haben.

Fazit des Forums war, dass wir eine neue  Revolution brauchen, und zwar eine grüne und nachhaltige. Kurz: einen Mentalitätswandel (aargh!), wir Alle können im Kleinen unseren Beitrag zu leisten (ähnlich definiert Herr Dirk Niebel seine EZ-Politik). Doch was ist mit den Goßen? Wenn strukturelle Veränderungen nicht stattfinden, so kann sich der  Einzelne im Kleinen sich noch so viel anstrengen, die Veränderungen sind minimal.

Das Forum zeigte zumindest einen positiven Ansatz zur Migration, und setzte ein Zeichen gegenüber die Sarrazin-Bild-Meinungsmache.

http://www.sez.de/index.php?id=353

About odissi30

My name is Puja Doshi. I am an anthropologist from Hamburg interested in the topic of water.
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